THEOLYMPIA 2026: Sieger:innen stehen fest

Wien, 22. April 2026 | Seit dem Schuljahr 2020/21 findet THEOLYMPIA jährlich statt. Veranstalter ist die Konferenz der Schulamtsleiter:innen Österreichs (SALK). Auch heuer setzten sich Schüler:innen aus ganz Österreich essayistisch und fotografisch mit einer gesellschaftlich relevanten, religiös-philosophischen Fragestellung auseinander: Welche Rolle spielt Dankbarkeit in einer Welt zwischen Leistungsdruck, Krisenerfahrungen und individuellen Lebensentwürfen?
Starke Beiträge aus allen teilnehmenden Bistümern
Die Gewinnerinnen und Gewinner kommen in diesem Schuljahr aus fünf heimischen (Erz)Diözesen: Eisenstadt, Feldkirch, Linz, Salzburg und Wien. Erstmals kamen heuer Einreichungen aus allen teilnehmenden Bistümern. Neben den neun heimischen Diözesen umfasst das auch die Diözese Bozen-Brixen. Die beiden ersten Plätze gehen heuer nach Feldkirch (Foto) und Wien (Essay). Beide Podien wie auch die Listen der Finalist:innen sind deutlich weiblich dominiert.
Der erste Platz in der Kategorie Essay geht an Benedikt Kühnelt-Leddihn (16) vom Wiedner Gymnasium in Wien. Den zweiten Platz konnte sich Johanna Harrer (15) BRG Landwiedstraße in Linz sichern. Platz 3 geht an Sophie Freudensprung (16) von der Caritasschule Campus22, Wien. In der Kategorie Foto gewinnt Anna Kainz (17) von der HAK Bregenz (Diözese Feldkirch). Platz 2 geht an Alexandra Vlasata (15) vom Gymnasium Neusiedl am See (Diözese Eisenstadt). Franziska Schlick (18) von der HLW MultiAugustinum in Sankt Margarethen im Lungau (Erzdiözese Salzburg) gewinnt mit ihrer Fotoarbeit den 3. Platz. Weitere sieben Autor:innen und sieben Fotograf:innen haben mit ihren Text- und Fotobeiträgen die Finalrunde erreicht.
Dankbarkeit zwischen Lebenshaltung und Kritik
Das diesjährige Thema eröffnete den teilnehmenden Schüler:innen ein breites Spektrum an Zugängen: Dankbarkeit kann als Quelle von Zufriedenheit und innerer Freiheit verstanden werden, zugleich stellt sich aber auch die kritische Frage, ob Dankbarkeit nicht mitunter instrumentalisiert oder eingefordert wird – etwa dort, wo eigentlich Widerspruch oder Veränderung notwendig wären.
Für Andrea Pinz, geschäftsführende Leiterin der SALK, zeigen die diesjährigen Beiträge einmal mehr die besondere Stärke des Religionsunterrichts: "Wenn junge Menschen sich mit dem Thema Dankbarkeit auseinandersetzen, geht es nicht um einfache Antworten. Vielmehr entsteht ein Raum, in dem persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Fragen und religiöse Traditionen miteinander ins Gespräch kommen. Genau diese Fähigkeit zur differenzierten Auseinandersetzung macht den Religionsunterricht so wertvoll." Die Vielfalt und Qualität der Einreichungen würden verdeutlichen, wie intensiv sich Schüler:innen mit grundlegenden Fragen des Lebens beschäftigen, so Pinz weiter. Der Religionsunterricht unterstütze sie dabei, eine eigene, reflektierte Haltung zu entwickeln.
Hocherfreut über die Rekordanzahl an Einreichungen zeigte sich auch Ewald Nagl von der Diözese Graz-Seckau. Der katholische Religionspädagoge ist Fachinspektor für Berufsbildende mittlere und höhere Schulen und verantwortet seit 2024 als Gesamtleitender die Religionsolympiade THEOLYMPIA. Er sei begeistert von der hohen Qualität der eingereichten Arbeiten. "Passend zum diesjährigen Thema möchte ich mich aber vor allem auch bei all den engagierte und motivierende Religionslehrpersonen an den einzelnen Schulstandorten ganz herzlich bedanken", so Nagl. "Sie alle begleiten mit viel Einsatz, pädagogischem Feingefühl und persönlicher Überzeugung ihre Schüler:innen in der Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen."
Diözesanjurys und zwei Fachjurys bewerten Einreichungen
Der Wettbewerb startet jedes Jahr im Herbst, die Ausschreibung endete heuer am 1. Februar. Bewertet wurden die einzelnen Essaybeiträge zunächst in den jeweiligen Diözesen, ausgewählte Texte nahm dann die namhaft besetzte Bundesjury in den Fokus. Karin Peter von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck, Till Schönwälder, Redakteur der Wochenzeitung DIE FURCHE, Peter Weinstich vom Schulamt der Erzdiözese Wien begutachteten die Essays sowie Bernd Ziegler vom Institut für Katechetik, Religionspädagogik und Pädagogik der KU Linz. Alle eingesandten Fotografien wurden von Fotoredakteurin Katja Greco sowie von Silvia Müllegger und Nina Schermann, Kunstvermittlerinnen am Dommuseum Wien, bewertet.
Die Preisträger:innen werden am 28. Mai 2026 im Rahmen einer großen Festveranstaltung im Minoritensaal in Graz ausgezeichnet. Die Siegerbeiträge sowie die Beiträge der Finalist:innen sind abrufbar auf theolympia.at.